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Die Grossstadt Im Roman: Berliner Grossstadtdarstellungen Zwischen Naturalismus Und Moderne Christof Forderer

Die Grossstadt Im Roman: Berliner Grossstadtdarstellungen Zwischen Naturalismus Und Moderne

Christof Forderer

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ISBN : 9783824441044
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 About the Book 

Berlins Aufstieg zur Weltstadt, der sich nach der Reichsgriindung 1871 in explosions artigem Tempo binnen weniger Jahrzehnte vollzog, schu- so ein haufiges Urteil kritischer Zeitgenossen - eine Metropole, die keine ihr angemessene Form gefunden hat. Spreeathen ist tot und Spreechi 1 kago wachst heran, schrieb Walther Rathenau 1898 und benennt mit seiner Entgegensetzung von antiker Polis und amerikanischem Industrie zentrum das Formlose der neuentstandenen Metropole. In dem ironisch Die schonste Stadt der Welt ubertitelten Aufsatz zeichnet er das Bild einer in grotesker Stilvollerei schwelgenden Stadt, die ihren modernen Metropolencharakter historistisch maskiert. Auch in Karl Scheffiets 1910 erschienenem Buch Berlin. Ein Stadtschicksal ist das Unvermogen der - so Scheffier - vom Amerikanismus ergriffenen, hypertroph wu chernden Stadt, sich eine ausdruckskraftige Form zu geben, zentrales Thema. Allein schon ein Blick auf den Berliner Stadtplan verdeutlicht Scheffier die Monstrositat der Reichshauptstadt verglichen mit anderen Hauptstadten: Jedes lebendig und einheitlich entstandene Stadtgebilde erzahlt ein gut Teil seiner Geschichte schon durch den Grundriss. ( . . . ) man liest das Epos der Stadtgeschichte, wenn man die Anordnung der Platze und Gebaude, die Art der Benutzung von hugeligem Gelande und von Wasserlaufen auf merksam betrachtet. ( . . . ) Auf diesen Genuss muss verzichten, wer den Stadtplan Berlins ansieht., 2 Was Scheffier hier uber den steinernen Text der Metropole feststellt, lasst sich auf ihren literarischen ubertragen. Anders als bei London und Paris, uber die eine vielfaltige Stadtliteratur vorliegt, blieb das Epos des Berlins des 19. Jahrhunderts ungeschrieben.